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07/10/2019

Salon de la Couture in Kopstal

DIE KUNST AUF DEN KÖRPER ZU SCHNEIDERN

Hat das Schneiderhandwerk in unseren Gegenden noch eine Zukunft?

Können sich nur Wohlhabende eine maßgeschneiderte Kleidung leisten?

Ist es normal, dass Kleider in Billiglohnländern produziert werden oder wäre eine solche Produktion auch bei uns möglich?

Wer kann mir maßgeschneiderte und nachhaltige Kleidung anfertigen?

Um diese Fragen und viel mehr dreht sich die Ausstellung Salon de la Couture, die vom 11. Bis zum 13. Oktober im Kulturhaus und Centres Wirtspesch in Kosptal zu sehen ist.

Über die Jahrtausende hinweg wurde die menschliche Kleidung individuell in Maßarbeit hergestellt. Die Erfindung der Nähmaschine um 1850 führte zu großen Umwälzungen in der Schneiderei und zur Industrialisierung der Kleiderherstellung. Bis heute jedoch ist das Prinzip und das Basiswerkzeug das gleiche: Nähmaschine, Bügeleisen und Menschen, die damit arbeiten, wenn auch die Technik der Anfertigung sich laufend weiterentwickelt hat.

Die schleichende Verlagerung der Textilindustrie in die Billiglohnländer, hat dazu geführt, dass in Europa immer weniger Menschen in der Textilverarbeitung tätig sind.

Geblieben sind nur wenige qualifizierte Meister der Damen- und Herrenmaßschneiderei, die eine qualitativ hochwertige Maßarbeit liefern können.

Die Ausstellung präsentiert Luxemburger Schneiderbetriebe die individuelle Bekleidung maß gefertigt in hoher Qualität anfertigen. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass ein solches einzigartiges Kleidungsstück wesentlich weniger kosten kann als das was man für Designerkleidung bezahlt, die doch in größeren Stückzahlen industriell gefertigt wird.

Diese Kleider können Sie ein Leben lang tragen und bei Bedarf neu anpassen lassen, es ist also eine sehr nachhaltige Produktion, ausgeführt von kleinen lokalen Betrieben.

Weitere Aspekte zum Thema Nachhaltigkeit bringen das BENU-Projekt und Fair Trade in die Ausstellung ein. Auch die Historik kommt nicht zu kurz: es kann die Entwicklung des Berufes und der Werkzeuge bestaunt werden.

Da hohe Anforderungen an die Qualität der Fertigung gestellt werden, ist die Ausbildung ein wichtiges Thema. Obwohl vom Schulministerium das Wort „Kompetenz“ viel benutzt wird, ist eine Tendenz zum Vereinfachen der handwerklichen Ausbildungen festzustellen. Dieser will die Schneider(innen) entgegenwirken und die Ansprüche hochhalten. Nur so können die angehenden Handwerker ihre Kunden zufrieden stellen. Ein spektakulärer Teil der Ausstellung zeigt die Kunstwerke und Theaterkostüme aus vielen Jahrzehnten der Künstlerin Anne Weyer.

Außerdem werden Theaterkostüme aus Luxemburger Produktionen gezeigt, die Sylvie Hamus entworfen und produziert hat.

Ein Defilee, das Kleider aus den Ateliers der Aussteller zeigt, wird die Zuschauer begeistern. Wenigen wird bewusst sein, dass auch Stoff in Luxemburg produziert wird. Wie das aussieht, zeigt die Luxemburger Weberin Lily Weisgerber.

Adresse:
Kulturhaus Kopstal
6, rue de Mersch
L-8181 Kopstal

Der Eintritt ist frei.

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